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70 Jahre nach der Deportation von Menschen jüdischen Glaubens aus der Pfalz, Baden und dem Saarland in das südfranzösische Internierungslager Gurs gedenken der Bezirksverband Pfalz und seine Einrichtungen der Opfer des Naziregimes mit Vorträgen, Lesungen, Aufführungen, Ausstellungen und Veröffentlichungen sowie mit einer Jugend-Gedenkfahrt ins ehemalige Internierungslager.

Vortragsreihe im Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde

Im Rahmen der Gedenkarbeit des Bezirkverbandes hat sich das Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern dazu entschlossen, die Vortragsabende im ersten Halbjahr 2010 dem Thema „Die Pfalz im Nationalsozialismus“ zu widmen. Die Vorträge finden immer am ersten Mittwoch in jedem Monat im Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Benzinoring 6, Kaiserslautern, statt und der Eintritt ist frei.

Termine:

Mittwoch, 3. März, 19.30 Uhr
Hans Kirsch: Die Gestapo in der Pfalz

Mittwoch, 7. April, 19.30 Uhr
Roland Paul: Gurs - End- und Zwischenstation pfälzischer Juden. Zur Deportation vor 70 Jahren

Mittwoch, 5. Mai, 19.30 Uhr
Dr. Burkhard Jellonnek: Rosa Winkel - Die Verfolgung der Homosexuellen

Mittwoch, 2. Juni, 19.30 Uhr
Ottmar Weber: Verfolgung der Zeugen Jehovas in der NS-Zeit

Briefe aus Gurs

Lesung im Rahmen der "Blauen Stunde" in der Volksbank Kaiserslautern

Antje Weiser, Schauspielerin am Pfalztheater Kaiserslautern, liest am Freitag, 16. April, um 18 Uhr im Casino der Volksbank Kaiserslautern, Kanalstr. 4, aus den Briefen der in das Internierungslager Gurs deportierten Jüdin Gretel Drexler aus Landau. Der stellvertretende Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde Kaiserslautern, Roland Paul, ist ebenfalls dabei. Der Historiker forscht zu Gurs als End- und Zwischenlager pfälzischer Juden und erstellt derzeit rund 1.400 Kurzbiographien der aus der Pfalz und Baden deportierten Juden.

Gestohlenes Leben - Kammeroper von Helmut Bieler

Uraufführung am Pfalztheater Kaiserslautern am Freitag 7. Mai auf der Werkstattbühne

In der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 1940 wurden knapp 50 in Kaiserslautern lebende Juden verhaftet und in das Lager Gurs in Südfrankreich verschleppt. Den dort herrschenden katastrophalen Zuständen fielen zahlreiche Menschen zum Opfer. Nur sechs der Deportierten kehrten wieder nach Kaiserslautern zurück.

Die Kammeroper „Gestohlenes Leben“ thematisiert das Schicksal der Lauterer Juden zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Aus der Sicht eines Freundes einer jüdischen Familie werden die Ereignisse geschildert, die auch sein Leben entscheidend beeinflussten.

Für die Komposition der Kammeroper konnte Helmut Bieler gewonnen werden. Er studierte Komposition, Schulmusik und Klavier an der Staatlichen Hochschule für Musik in München. Bis zum Herbst 2004 war er Professor für Musikpädagogik an der Universität Bayreuth. Sein kompositorisches Schaffen umfasst Vokal- und Orchesterwerke, Kammermusik, geistliche Musik sowie eine Kurzoper. Im In- und Ausland - unter anderem bei der Biennale Zagreb, dem Saxophonweltkongress Washington oder den Aspekten Salzburg - gelangten Werke von Helmut Bieler zur Aufführung. Er wurde mit Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg und dem Kulturpreis der Stadt Bayreuth ausgezeichnet und erhielt im Herbst 2008 den Preis für Musik der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 

Den Text der Kammeroper verfasst seine Tochter Susanne Bieler, die am Pfalztheater als Dramaturgin engagiert ist.

70 Jahre nach der Deportation der Lauterer Juden in das französische Lager Gurs wird auf der Werkstattbühne eine für das Pfalztheater geschriebene Kammeroper aufgeführt, die dieses schicksalhafte Ereignis thematisiert.

 

Termine:

Freitag, 7. Mai, 20 Uhr, Karten ab 12. März

Freitag, 14. Mai, 20 Uhr, Karten ab 19. März 

Freitag, 28. Mai, 20 Uhr

Freitag, 4. Juni, 20 Uhr, Karten ab 9. April 

Dienstag, 29. Juni, 20 Uhr

Karten und weitere Termine unter www.pfalztheater.de oder über Tel. 0631 3675-209

Zeichnungen aus dem Internierungslager Gurs

Leo Breuer: Camp de Gurs, 1941, Mischtechnik Foto: Archiv J. Breuer
Leo Breuer: Camp de Gurs, 1941, Mischtechnik Foto: Archiv J. Breuer

Werke des Bonner Künstlers Leo Breuer in der Pfalzgalerie

Der Bonner Maler, Zeichner und Plastiker Leo Breuer überlebte das Internierungslager Gurs. Eindrucksvoll dokumentierte er in graubraunen und Ockertönen den Lageralltag. Seine wenigen aus den Jahren 1940/41 erhaltenen Werke, figürliche Aquarelle und Gouachen, bezeichnete er selbst vielsagend als „Grauenbilder“. Diese Arbeiten, die erstmals museal präsentiert werden und in deren Mittelpunkt der von Hoffnungslosigkeit gezeichnete Mensch steht, sind vom 6. September bis 24. Oktober im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern zu sehen. Leo Breuer, der 1893 in Bonn geboren wurde und hier 81-jährig starb, entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem bedeutenden Vertreter des geometrisch-konstruktiven Kunststils. Als Mitglied der Pariser Künstlergruppe „Réalités Nouvelles“ interessierte er sich für geometrische Reihungen, Vibrationsbilder und kinetische, also sich bewegende, Reliefs.

Emigriert und trotzdem nach Gurs deportiert

Unter dem Titel „Die nach Gurs deportierten pfälzischen Juden“ hat Roland Paul, stellvertretender Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern eine umfangreiche Dokumentation erarbeitet, die im November 2010 als CD erscheint. Dass die Zahl der bislang bekannten deportierten pfälzischen Juden tatsächlich deutlich höher ist, hat Roland Paul schon länger vermutet. Nun konnte er belegen, dass es im Grunde weit mehr als 1.500 Pfälzer waren, die ins südfranzösische Lager in Gurs verschleppt wurden. Denn bereits einige Zeit vor dem Abtransport am 22. Oktober 1940 verließen zahlreiche jüdische Bürgerinnen und Bürger die Pfalz und hofften, im Badischen oder in Frankreich und Belgien Zuflucht zu finden.  ...mehr

Ihre Ansprechpartner für die Gedenkarbeit im Bezirksverband Pfalz:

Bezirksverband Pfalz
Bismarckstraße 17
67655 Kaiserslautern

Stefanie Ofer
Telefon 0631 3647-154
Fax 0631 3647-5154
s.ofer bv-pfalz.de

Andreas Huber
Telefon 0631 3647-167
Fax 0631 3647-5167
a.huber bv-pfalz.de

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